Bahnhöfe.

Bahnhöfe sind merkwürdig. 

So viele Leute sind hier. Aber man muss nur mal die Zeit haben sie genauer zu beobachten. Es ist viel mehr, als ein paar Leute die zu ihren Zügen rennen. Mehr als eine Masse mit kalten ausdruckslosen Gesichtern.

Sie sind die Überbringer von Personen, die aussteigen und in die Arme einer Person fallen. Beide. Unendlich glücklich. 

Und sie überbringen unendliche Traurigkeit und Leere. Lassen einen einsam zurück, während sich der andere jede Sekunde weitere Meter entfernt. Meter, die zu hunderten Kilometern werden, Kilometer die sich wie ein Stein auf deine Brust legen, dir die Luft zum Atmen nehmen und Vermissen und Sehnsucht zurück lassen. 

An Bahnhöfen scheint überall die Liebe präsent zu sein, oftmals aber auch verbunden mit leeren Gesichtern und unendlicher Traurigkeit. 

Denn Bahnhöfe sind Orte voller Abschiede. Immer ungewiss, ob man den anderen gesund wieder sehen wird. 

Keiner verlässt freiwillig die Person die man liebt. Das wird selbst nach vielen Monaten und ebenso vielen Abschieden nicht besser.

Neben mir ein Paar, das sich weinend in den Armen liegt. Ich selbst habe ebenfalls Tränen in den Augen. Ein Kloß im Hals schnürt mir den Atem ab und lässt meine Sicht verschwimmen. 

Unfair. Das ist unfair und nichts anderes. 

Tagtäglich so viele Idioten um einen herum, aber niemand der mir wichtig ist. Und alles was mir etwas bedeutet habe ich wieder hinter mir lassen müssen.

Das ist so merkwürdig. 

Ein warmer Herbsttag. Mit Jacke viel zu warm. Die Blätter färben sich schon bunt. Ein lauer Wind weht. Der Himmel ist blau.

Wie wird es wohl sein, wenn ich wieder hier bin? Kalt, grau, vielleicht liegt schon Schnee. Die Bäume haben längst keine Blätter mehr. Alle Leute eingehüllt in warme Mäntel. Viele werden reisen, denn es wird Weihnachten sein und jeder fährt zu seiner Familie. Zu seinen Liebsten. Mich eingeschlossen.

Ist für einen Moment glücklich, weil er zu den Leuten gehört die sich gerade nicht verabschieden müssen. Aber das wird wieder kommen… man verdrängt es nur ganz gut. 

Also, Stuttgart hoffentlich bis bald. Ich werde dich vermissen. <‚3 

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Tschu Tschu. Oder so.

Das Leben ist wie ein Zug.
Einer dieser wahnsinnig schnellen Züge, die nur binnen weniger Sekunden in ihrer vollen Länge an dir vorbeigezogen sind.

Und wir sitzen in diesem Zug. Und ich wünsche mir nichts mehr, als nur kurz auszusteigen, mich ans Gleis zu stellen und durchzuatmen. Tief Luft zu holen bevor es dann wieder weiter geht.
Einfach mal alles von außen zu betrachten. Nur zuzuschauen und beobachten.
Dazu hat man in dem Zug nämlich einfach viel zu wenig Zeit.

Aber das geht nicht. Man wird immer weiter mitgerissen und muss das Tempo mithalten. Ob man will oder nicht. Manchmal hat man das Gefühl entgegen der Fahrtrichtung zu laufen. Nicht voran zu kommen. Zwar seine ganze Kraft zu opfern, aber nichts zu erreichen.

Man zweifelt an sich und zerbricht sich den Kopf über die Zukunft. Versucht sie zu planen auch wenn es nichts bringt. Die Zukunft ändert sich dauernd. Eigentlich sind alle Sorgen und Pläne überflüssig, aber wir brauchen das Gefühl der Kontrolle.
Auch wenn uns klar ist, dass das einzige was wir über die Zukunft wissen das ist, dass die Zukunft nie so wird wie wir uns sie vorgestellt haben.

An anderen Tagen wiederum gelingt es uns einen Blick hinter den Zug zu werfen und zu sehen wie viel wir schon geschafft haben. Zu merken dass es an den ganzen Stellen wo man dachte dass es nicht weiter geht doch irgendwie weiter geht.
Aber meist macht einem der Blick nach vorne dann wieder Angst.

Und dann gibt es nochmal ganz andere Tage.
So einen habe ich gerade.
Da ist man erst froh, dass man mal nicht mit im Zug ist –
aber nur so lange bis man merkt dass man gerade vor ihm auf den Gleisen steht.

Dunkelheit.

Dunkelheit. In mir. Um mich herum. Sie schnürt mir den Atem ab. Legt sich still und heimlich neben mich ins Bett und geht nicht mehr, bis die Sonne wieder hoch am Himmel steht.

Es ist erdrückend. Nimmt einem den Atem und lässt einen anschließend um Luft ringend zurück.
Alleine.

Und das ist eigentlich das Schlimmste. Die Dunkelheit, meine Dunkelheit lässt mich immer einsam und alleine zurück. Zumindest gibt sie einem das Gefühl. Selbst wenn es nicht so ist fühle ich mich so einsam als wäre ich der letzte Mensch auf Erden.
Noch so viele Leute könnten mir sagen dass es nicht so ist. Letztendlich bin ich alleine. Alleine mit mir. Meinem schlimmsten Feind. Meine persönliche Hölle habe ich bereits gefunden. In meinem Kopf.

Und da kann einem eben keiner beistehen. Mit mir bin ich immer alleine. Nur ich muss es mit mir aushalten. Alle anderen können flüchten. Aber ich… ich nicht. Gefesselt an den verhassten Körper. Gefesselt an den Kopf, der voller ist als ich es gerade gerne wäre.
Das ist mein dunkler Feind.
Er ist immer da.
Lässt einem keine Verschnaufpause.

Und er schlägt immer ein wie eine Bombe. Mir in den Magen und meinen Liebsten vor den Kopf, bis sie abhauen.

Irgendwann bin ich ganz alleine. Und habe nur noch die Dunkelheit die mich verschlingen wird.

Irgendwann.

 

 

 

Und wenn es weh tut warum tun wir es uns an?

Es ist so ermüdend.

Ich habe so viel nachgedacht. Über dich. Über mich. Über uns. Und ich weiß nicht… kennst du das, wenn du zu viel nachgedacht hast und das Gefühl bekommst dich selbst nur noch von außen zu betrachten. Wie durch eine Seifenblase? Gar nicht mehr du selbst zu sein und so keine subjektive Meinung über deine Situation bilden zu können? Als bräuchtest du eine Weile Abstand von dir selbst, um wieder klar denken zu können.

Ich zumindest kenne das Gefühl zur Genüge und bekomme immer mehr den Eindruck, dass ich mich nur selbst bekriege. Ich will meinen Kopf abtrennen, nur um so die Wurzel allen Übels zerstört zu haben.

Es ist so ermüdend, wenn die Person die deine Zuflucht sein sollte dir deine Nerven raubt. Wenn man so verschieden ist, dass man um jeden Frieden erst einmal kämpfen muss.

Ich glaube wir haben alles verdrängt. Immerzu. In unserer begrenzten Zeit wollten wir das Glück erzwingen und haben die Differenzen beiseite geschoben, so dass sie uns nicht ersticken können. Nur um uns dann durch atemlose Küsse die Luft selbst zu nehmen.

Du schienst danach förmlich zu schweben und merktest nicht, dass ich von der Last an den Boden gedrückt wurde. Du hast mich mit der Last alleine gelassen. Du solltest doch mein Seelenverwandter sein. Mein Vertrauter. Meine Person.

Warum lässt du mich dann die gesamte Last alleine schultern? Warum sagst du dann, dass ich diejenige bin, die alles kaputt macht?

Du könntest mir so viel mehr helfen, wenn du einfach nur für mich da wärst. Wenn du mein Ruhepol wärst.

Ich frage mich ständig, was ich ändern könnte und änder‘ dann Dinge die mir eigentlich gut gefallen, einzig um dir zu gefallen.

Bin ich noch ehrlich zu mir, wenn ich sage, dass ich dich liebe?  Oder belüge ich mich nur selbst?

Du sagst solange das Positive überwiegt ist alles gut. Und ja, bisher überwiegt es, aber ich weiß nicht ob das reicht. Ich kann nicht mehr länger für zwei kämpfen, für zwei leiden, während du für zwei liebst.

Ich sehe dich doch auch darunter leiden. Ich sehe uns doch an, wie es unsere letzten Kräfte aussaugt.

Und wenn es weh tut warum tun wir es uns an?

 

 

 

 

 

 

Bad Day Or Bad Life?

Bad day or bad life?

Ich nehme einen tiefen Zug von meiner Zigarette, stoße den Rauch aus in die Nachtluft und lasse die Hand wieder sinken. Aber nicht ohne vorher einen Blick über meine blauen Finger schweifen zu lassen. Ist es wirklich so kalt? Ich habe keine Ahnung. Ich spüre es einfach nicht. Zitternd ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche. Fast drei Uhr morgens und ich habe nichts Besseres zu tun als auf meiner Dachterrasse zu stehen und eine Zigarette nach der anderen zu rauchen. Mein Leben erscheint mir gerade wieder besonders wertlos. Seufzend stecke ich das Handy wieder weg und schaue stattdessen gen Himmel. Verwirrt verziehe ich mein Gesicht. Wann hat es denn angefangen zu schneien? Okay, nichts Besonderes im Januar, aber ich habe gar nicht bemerkt, dass mein schwarzer Mantel mittlerweile weiß gefärbt ist. Bekomme ich überhaupt noch irgendetwas um mich herum mit? Vielleicht ist es wirklich langsam Zeit, zurück in meine Wohnung zu gehen. Aber wozu? Sie ist leer, ich wäre wieder allein und die Gedanken würden zurück kommen. Es ist so unglaublich schwer ihnen zu entfliehen. Ich würde kein Auge zumachen, mich letztendlich doch nur in Alkohol flüchten.

Angewidert schnippe ich den Zigarettenstummel auf den Boden. Wann habe ich mir das eigentlich angewöhnt? Ach richtig, als ich es geschafft habe mich zu verlieben. Unerwidert. In meinen besten Freund Alex. Ich lache auf. Was hatte ich mir dabei nur gedacht, hatte ich wirklich erwartet er würde mich vom Rauchen abhalten? Na ja… Er wäre der einzige gewesen, der es gekonnt hätte. Aber er tat nichts dergleichen. Ich wäre ja alt genug um selbst zu wissen, was richtig war. Seine Abneigung konnte man an seinem herablassenden Ton aber dennoch erkennen.

Ich zögere kurz, zünde mir dann aber die nächste Zigarette an – Schließlich bin ich alt genug.

Ich lasse den Rauch in die kalte Nacht entweichen und widme mich weiter meinen Gedanken.

In Alex bin ich jetzt schon lange verliebt, aber es ist klar, dass er nicht mehr als Freundschaft für mich empfindet. Und die jahrelange Freundschaft will ich für ein Geständnis auch nicht opfern. Am Anfang kam ich damit klar, aber der Drang ihm alles zu gestehen, damit ich wenigstens sicher sein kann, dass er mich nicht liebt, wird immer größer.

Nur einmal die Maske abnehmen und meine sorgfältig aufgebaute Mauer bröckeln lassen. Aber ich bin zu sehr in der Rolle, kann meine Maske nicht mehr abnehmen ohne Fetzen meiner Haut mit zu entfernen. Mein Kartenhaus darf nicht einstürzen.

Ich vergrabe mein Gesicht in den Händen und merke, dass mir stille Tränen über die Wangen laufen. Immer so tun, als ob man stark wäre. Das Lächeln fälschen und falls jemand, mich fragt wie es mir geht alles auf die Müdigkeit schieben. Bloß überarbeitet. Und je öfter man sich in diese Ausreden flüchtet, umso mehr glaubt man es auch selbst. Für einen Moment jedenfalls. Einfach Lachen und sagen „Hab wieder zu lange aufgenommen.“ Am besten noch YOLO dranhängen. Wenn ich die Situation lächerlicher gestalte, glauben sie mir eher. Mittlerweile kennen alle mein falsches Lächeln, eher sind sie verwundert wenn sie ein wahres zu Gesicht kriegen, aber das kommt eh nicht mehr vor.

Und abends? Da liege ich im Bett und kann nicht schlafen, weil mein Kopf dank der Probleme zu explodieren droht.

Ich dachte, ich würde mit der Zeit stärker werden, aber man wird nur kälter, jedes Mal stirbt ein Stück von mir und mit ihm das Gefühl der Wärme und des Vertrauens. Ich habe mein Herz hinter einer Mauer aus Eis versteckt und frage mich selbst, wie es nur so weit kommen konnte. Ich bin mit den Nerven am Ende und wenn nur eine Kleinigkeit schief geht bin ich kurz davor aufzugeben. Aber jedes Mal mache ich weiter mit meiner perfekten Show. Wenn es mit meinem Job nicht mehr klappt sollte ich Schauspieler werden. Ein müdes Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht, während ich mir eine neue Zigarette anstecke.

Ich wünschte, es gäbe eine Tablette um all das zu vergessen, den Schmerz nicht mehr zu spüren, ihn endlich nicht mehr zu lieben. Denn auch wenn ich es versuche, der Schmerz lässt nicht nach. Ich bin im Dunkeln gefangen, kann kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Wird es überhaupt ein Ende geben?

Ich brauche endlich ein Mittel, dass meine Emotionen verschwinden lässt. Glaubt mir ich würde alles dafür geben.

Ich sitze nur hier, gespalten von mir selbst und kämpfe gegen weitere Tränen an, aber mir ist bereits klar, dass ich auch diesen Kampf verlieren werde. Vielleicht werde ich ja irgendwann darüber hinweg kommen. Man sagt ja Zeit heilt alle Wunden, aber das stimmt nicht. Man gewöhnt sich nur an den Schmerz. Die offensichtlichen Verletzungen werden verschwinden, aber es werden Narben bleiben die mich immer daran erinnern was einmal gewesen ist.

Meine Tränen sind mittlerweile getrocknet, aber mein Herz weint weiter und die Sehnsucht nach Alex Stimme nimmt zu. Vielleicht kann ich ihn ja anrufen. Wahrscheinlich nimmt er noch auf. Seine Videos. An denen er immer nachts sitzt. Aber so könnte ich wenigstens kurz seine Stimme hören. Ich zücke mein Handy und wähle seine Nummer.

Während es klingelt drücke ich die Zigarette aus und lausche dem gleichmäßigen Piepen.

Es macht mich nervös und ruhig zugleich.

Als auch nach einer Minute keiner abnimmt lege ich auf, nur um nach einer Sekunde Überlegung die Wahlwiederholung zu drücken. Diesmal muss ich nicht so lange warten, nach dem dritten klingeln nimmt mein bester Freund den Anruf entgegen. „Was gibt’s Kleine? Fass dich kurz, ich nehme gerade auf.“ Der Spitzname ist so vertraut, aber dennoch versetzt er mir einen leichten Stich.

Ich…“ beginne ich, breche aber wieder ab um mich zu räuspern, „Ich wollte nur mal hören wie es dir geht.“

Ich höre wie Alex seufzt. „Das ist alles? Ernsthaft? Geh schlafen, es ist spät.“ bevor er auflegen kann ergreife ich schnell das Wort. „Sehen wir uns morgen?“ Kurze Pause. „Morgen treffe ich mich mit Jana, wir gehen ins Kino und anschließend noch Essen… ich freue mich echt, sie wieder zu sehen, eigentlich müsste ich sie mal wieder zu mir einladen. Einfach eine klasse Frau!“

Hab‘s schon kapiert, dann halt nicht.“

Schlechten Tag gehabt?“

…Ja!“ Ich ziehe den Mantel enger um mich, es ist doch verdammt kalt. „Ich bin…einfach müde.“

Kein Ding, alter, ist ja nur ein schlechter Tag und kein schlechtes Leben.“ Ich höre ihn leise lachen.

Hmm…“ mache ich nur und fummele an der Naht meiner Hose herum.

Dann bis Freitag“ verabschiedet sich Alex und lässt mich gar nicht mehr zu Wort kommen.

Auch ich lege auf und stecke das Handy weg.

Und morgen? Morgen werde ich wieder aufstehen, weiterhin ein Schauspieler in meinem Leben sein und so tun als ob es nur ein schlechter Tag und kein schlechtes Leben ist.

 

Your fingertips across my skin

Du und ich. Zusammen. Dein Lachen. Diese Erinnerungen. Ich werde sie nicht mehr los. Deine Finger auf meiner Haut. Deine Wärme, wenn du mich in den Arm nahmst. Den Halt und die Geborgenheit, die du mir gabst. Verdammte Bilder. Lassen sich nicht aus meinen Gedanken vertreiben. Jeder Augenblick hat sich fest gebrannt.

Wir haben Fehler gemacht. Ich weiß. Haben auf die falschen Dinge gesetzt und versagt. Vielleicht hätten wir es wieder hinbekommen, aber ich habe zu lange gewartet. Meine Chance verspielt.

Habe die Klippe zwischen uns erst bemerkt, als sie bereits zu groß war um hinüber zu kommen.

Und jetzt steh ich hier und will dir nur sagen, es tut mir leid. Ich war zu lange weg. Nun ist es zu spät. Wer war ich, dass ich dich hab warten lassen? Ich will dich um keine Chance bitten. Nur um einen Atemzug. Einen Atemzug um dir alles zu erklären. Du weißt, dass ich dich liebe. Dass ich dich immer geliebt habe. Ich vermisse dich.

Ich sehe dich in meinen Träumen. Uns. Zusammen. So wie früher. Wünsche mir, dass du niemals gehst. Ich halte den Atem an. Probiere den Moment festzuhalten. Aber ich bin zu spät. Hätte alles geben sollen, als ich noch die Chance dazu hatte. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, glaub mir, ich würde dich halten. Würde mit dir die Hölle überstehen. Würde alles geben. Für uns. Aber ich war zu lange weg. Es tut mir leid.

Auf meinen Knien bitte ich dich nun um einen letzten Tanz. Halt mich fest und lass mich nicht mehr los. Tu das was ich hätte tun sollen, als ich noch die Chance dazu hatte.

Lass mich hören wie du es sagst. Dass du mich liebst. Mich immer geliebt hast. Mir vergibst, dass ich zu lange weg war.

Glaub mir, du wirst es nicht bereuen. Denn ich würde dich nie wieder gehen lassen.

Du hast gesagt…

Du hast mal gesagt, du liebst mein Lächeln.

Ist dir nicht aufgefallen, wie lange es nun schon aus meinem Gesicht gewichen ist?

Interessiert es dich überhaupt?

Du hast gesagt du brauchst Abstand. Und das Schlimmste für mich ist, ich weiß nicht ob ich vermisst oder vergessen werde.

Wenn du mich ansiehst spüre ich nichts mehr von deiner Zuneigung von deiner Wärme. Du bist schon viel zu lange zu ausdruckslos. Und verdammt könnte ich dir gegenüber doch auch so kalt sein. So kalt und undurchschaubar. Aber es geht nicht, ich bin wie Glas für dich du kannst so einfach in mein Innerstes schauen, vergisst dabei aber ganz wie zerbrechlich ich eigentlich bin.

Jede Sekunde ohne dich ist nicht lebenswert. Und das zerbricht mich, frisst mich langsam von Innen auf nimmt mir meine ganze Wärme und lässt mich in der eiskalten Dunkelheit stehen. Es ist so eiskalt wie du es bist. Ich bin kurz davor gänzlich auseinander zu fallen. Lediglich gehalten durch eine Maske die ich nicht mehr abnehmen kann.

Und durch Hoffnung. Hoffnung darauf, dass alles wieder gut wird, wieder normal. Dass die Schlucht zwischen uns sich schließt und wir einfach wieder befreundet sein könnten. Wenigstens das.

Ich weiß wie dumm es ist daran festzuhalten. Du hast mir schließlich oft genug gezeigt, dass ich mir keine Hoffnung mehr machen brauche. Egal. Es dauert eh nicht mehr lang, dann ist auch dieser kleine Rest verschwunden. Werde nur noch aus der Lügenmaske bestehen. Eine fein säuberlich aufgebaute Fassade, hinter der ich mich verstecke. Ein Kartenhaus. Viel zu hoch gebaut. Habe meine Karten von Anfang an falsch gesetzt. Und jetzt? Jetzt werde ich meine Fassade nicht mehr los. Ich merke wie ich die Maske nicht mehr entfernen kann, ohne meine eigene Haut mit zu entfernen.

Sollte ich dich dafür nicht hassen?

Schließlich bist du Schuld. Aber egal was ich versuche, es geht nicht. Würdest du mich rufen würde ich auf Knien zu dir an gekrochen kommen. Und dafür hasse ich mich. Unfähig. Unfähig mich durchzusetzen und einen Schlussstrich zu ziehen.

Aber eins weiß ich.

Ich werde in deiner Gegenwart nie wieder lächeln. Damit du nichts mehr hast, in das du dich verlieben könntest.