Der erste Schnee.

Es ist vier Uhr in der Nacht und ich sitze schlaflos in meiner dunklen Wohnung.

Schaue aus dem Fenster und sehe den Schneeflocken zu, wie sie langsam herunterschweben und die Straße benetzen. Der erste Schnee dieses Jahr. Aber ich kann mich nicht freuen. Denn du bist nicht bei mir. 

Ich muss die ganze Zeit an dich denken. Du bist gerade bei ihr. Ich weiß es.Liegst neben ihr im Bett.Oder auf ihr. Und machst es vermutlich gerade mit ihr. Berührst sie, so wie du es mit mir immer getan hast. Machst du’s mit ihr wie du’s mit mir gemacht hast?

Mein Gedanken beginnen immer weiter zu kreisen und verlieren sich in dem leeren Weinglas vor mir.

Es entstehen Bilder. Bilder wie sie dich dabei anschaut und langsam ihre Lippen auf deinen niederlässt. Und Bilder von dir, wie du es nur genießt, deine Augen zuschlägst und keinen Gedanken an mich verschwendest. Ich sehe das leicht dreckige Grinsen förmlich vor mir und es versetzt mir einen Stich in mein Herz.

Du verkaufst mich für so dumm. Denkst du echt ich hätte es nicht gemerkt. Die kleinen „zufälligen“ Berührungen, das verstohlene Lächeln von ihr.

Es schnürt mir den Atem ab. Ich kann nicht aufhören daran zu denken was du mit ihr machst.

Gerade als ich drohe in dem Glas vor mir zu ertrinken springe ich auf schnappe mir meinen Mantel und laufe raus auf die Straße. 

Der Schnee benetzt sofort Haare und Kleidung. Ich kann nicht mehr atmen. ringe solange um Luft, bis ich sie endlich brennend eisig in meiner Lunge spüren kann. 

Scheiße. Ziellos fange ich an durch die dunkle Nacht zu laufen. Der Schnee knartscht unter meinen Stiefeln. Zittrig krame ich eine Zigarette aus meiner Tasche und zünde sie an. Meine Sicht verschwimmt ein wenig. Zu viel Alkohol mal wieder.

Was machst du gerade mit ihr?

Ich betrinke mich einsam und alleine während sie dich gerade vermutlich verführt. Bilder wie kleine Blitze in meinem Kopf. Wie ihre Hände über deinen bebenden Körper gleiten. Ist es nur Sex oder bringt sie dich auch so zum lachen wie ich? Berührt sie dich so wie ich oder nur deinen Körper? Denkst du dabei manchmal an mich?

Mein Kopf zerspringt, mir ist speiübel. Während sich noch alles um mich herum dreht schaffe ich es gerade noch meine Haare zurück zu halten, bevor ich mich in den weißen Schnee übergebe. Sie ist toll. und insgeheim weiß ich dass sie dir genau das geben kann was ich nie konnte. Sie ist die naive Optimistin und nicht so dunkel und verdreht wie ich.

Ich höre wie ihr lacht. Laut in meinem Kopf. So laut dass es in meinen Ohren klingelt. Sehe eure Blicke. 

Wieder laufe ich weiter durch die Nacht. Habe schon lange die Orientierung verloren.

Es tut wieder weh. ich kann es nicht ändern mir vorzustellen wie du sie fickst und ihr „Ich liebe dich.“ ins Ohr flüsterst.

So wie mir.

Du bist nicht mehr bei mir. Bleibst aber in meinem Kopf. Verfolgst mich immer weiter und quälst mich.

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